Kursfahrt des Mathe LK nach Prag

In der Woche vom 14. September bis zum 18. September 2026 war der Q2 Mathe-Leistungskurs mit seiner Kursleiterin, Sabine Krüger und Peter Kayser auf Kursfahrt in Prag, der Hauptstadt Tschechiens.

Ein Schüler berichtet: Nach ca. 8 Stunden Busfahrt mit insgesamt 2 Stunden Pausen kamen wir um 18 Uhr in Prag an. Im 4-Sterne-Hotel eingecheckt und auf die 4-er-Zimmer verteilt, trafen wir uns um 19 Uhr zum Abend-Buffet im Speisesaal, nicht einmal überrascht, dass das Essen genauso deutsch wie sicherlich zwei Drittel der Hotelgäste war. Nach dem Essen durchstreiften wir noch in 3-er und 4-er Gruppen die Stadt, kehrten zur Nachtruhe um 22 Uhr auf unsere Zimmer zurück und sind allesamt brav schlafen gegangen.

Am Dienstag fuhr uns der Bus nach dem Frühstück in die Prager Altstadt, die älteste der ehemalig selbstständigen Städte (Altstadt, Neustadt, Kleinseite, Hradschin) aus deren Vereinigung Prag entstanden ist. Dort genossen wir zunächst alle, am Ende aber nur
noch zu zweit, eine 4-stündige Stadtführung durch den Altstädter Ring, dem Zentrum der Altstadt:
Mit 11 Millionen Einwohnern habe Tschechien etwas weniger als Bayern, Prag mit 1,4 Millionen Einwohnern etwas weniger als München. So habe Prag eine ähnlich große Bedeutung für Tschechien wie München für Bayern und sei vor allem früher ein wissenschaftliches Zentrum gewesen. Beispielsweise wurde 1348 die Karls-Universität mit den Fakultäten Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin und „Freie Künste“ in Prag gegründet, die erste in Mitteleuropa. Außerdem forschten Johannes Kepler (1600 –1612), Bernard Bolzano (1801 – 1830) und Christian Doppler (1835 – 1848) in Prag, wo Kepler 1609 die ersten beiden Keplerschen Gesetze veröffentlicht hat.
Später wurde uns im Zentrum der Altstadt beim alten Rathaus die Prager Rathausuhr gezeigt, eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1410, die noch bis zum Jahr 1882 regelmäßig durch Dekorationen und astronomische Angaben erweitert wurde. Heute zeigt sie das Datum, die Mondphase, den Abstand der Sonne zum Äquator und die Tageszeit auf vier verschiedene Arten an und spielt jede volle Stunde ein zwei-minütiges touristisch populäres Schauspiel beweglicher Holzfiguren vor.
Durch das jüdische Viertel hindurch, an der Statue Franz Kafkas vorbei näherte sich endlich das Finale der Führung, die Karlsbrücke, die über die Moldau führt und sogar die Rathausuhr in der Touristenflut übertraf, die sich über die gesamte Altstadt ergoss. Nach einer 2-3-stündigen Pause kamen schließlich auch die 25 Gefallenen der Stadtführung wieder zusammen und bestiegen gemeinsam den 70 Meter hohen Prager Rathausturm. Von oben war gut die mittelalterliche Struktur der Altstadt zu erkennen: Eine Stadtmauer drückte sie an die Moldau und formte so ein Auge, aus dessen Pupille wir an den verästelten Adern der Stadt und ihrem bunten Blut ihre Geschichte und Gesundheit erraten konnten. Zwei Stunden Pause und 30 Minuten Umherirren später mussten wir schließlich zum Hotel zurücklaufen, weil wir den Treffpunkt mit dem Busfahrer nicht gefunden hatten, und wenn er nicht gestorben ist, wartet er noch heute.

Die Vergleichbarkeit dieses Weges zu den deutschen jedenfalls brachte schon diesen Abend unsere alten Gewohnheiten hervor: Einige waren spazieren, andere spielen und die Hälfte des Kurses in einer Bar feiern.

Am Mittwochmorgen waren wir beim „Technischen Nationalmuseum Prag“, das verschiedene Arten von Technik in ihrer Geschichte mit einer Reihe von Anschauungsobjekten darstellt. Präsentiert wurden zum Beispiel Automobile, Lokomotiven, Motorräder, Flugzeuge, Fahrräder, Haushaltsmaschinen, Uhren und Astronomie, wobei besonderer Fokus auf der Beteiligung Tschechiens an der Entwicklung liegt. Das Museum nimmt eindeutig eine historische Perspektive ein und scheut sich damit oft vor Erklärungen der technischen Funktionsweise. Das mach den Umgang mit der Technik leider oberflächlicher. Trotzdem denke ich, dass es seinem Namen gerecht wird und wegen der englischen Übersetzungen aller Texte auch nicht-tschechische Museumsbesucher überzeugen kann.
Am Nachmittag wurden wir den astronomischen Turm des Clementinums hoch geführt, einem barocken Gebäudekomplex, der von den Jesuiten als Schule gebaut worden war und jetzt drei Kirchen sowie die tschechische Nationalbibliothek beinhaltet. Wie die Bühne, die man vor Touristen Nationalbibliothek nannte, war jedoch auch der vom Vortag bekannte Ausblick auf die Altstadt nur noch auf Fotos interessant, sodass wir schon einige Fotos und eine Busfahrt später zurück im Hotel waren. Als andere schon im Bett waren, hat diesen Abend noch ein Drittel des LKs in der Lobby gepokert, ein Drittel davon hat gewonnen und ein Drittel davon war die Bank und hat am meisten gewonnen.

Am nächsten Morgen fuhr uns der Bus zur Prager Burg, dem Sitz des tschechischen Präsidenten und ehemalige Residenz der Könige von Böhmen und der Präsidenten der Tschechoslowakei. Neben dem Militär gab es hier vor allem Touristen, so viele, dass wir in den folgenden 4 Stunden Pause schnell in kleinen Gruppen den Hügel heruntergespült wurden und an den verschiedensten Orten Prags strandeten. Während
 einige gezielt zum Beispiel ein Katzen-Café aufgesucht haben, ließen sich viele einfach treiben, gingen vielleicht essen und lernten dadurch das wahre Prag kennen.
Wieder vereint, besichtigten wir zum Nachmittag das Stefánik-Observatorium, eine Sternwarte mit Teleskopen aus je 1928, 1976 und 1999, das sich heutzutage darauf spezialisiert, einem breiten Publikum Astronomie und verwandte Wissenschaften zugänglich zu machen. Nachdem hier viele zunächst einen didaktisch genialen und musikalisch ansprechenden Dokumentarfilm über das Universum und den Platz des Menschen darin verschliefen, wurden uns einzeln durch ein Teleskop entweder die Sonne, die Venus oder Wolken gezeigt. Wie jeder „Des Kaisers neue Kleider“ sah, konnte auch jeder von uns durch die Wolken hindurch „Oh, die feurige Pracht im Himmel!“ bewundern.
Als letztes Erlebnis der Unkreativen trafen sich auch diesen Abend die Pokerrunde, einige weitere Schüler, Frau Krüger und Herr Kayser zum Spielen in der Lobby. Während die Pokerrunde dieselben Gewinner und Verlierer hervorbrachte wie am Tag davor, hatten die Geschmacksvolleren “Munchkins” gespielt und aus Müdigkeit statt Gewinnern oder Verlierern nur Allianzen, Verrat, Spaß und mehr Schlaf als der Rest
gehabt.

Am Freitag fuhren wir nach dem Packen und dem Frühstück schon um 9 Uhr los, schliefen dann zum Großteil im Bus und wurden schnell bei unserer Ankunft um 18 Uhr vom zurückgelassenen Teil unserer Identität abgeholt und nach Hause gebracht.

Obwohl mir das Programm zu viele kleine Pausen hatte und leider nur im recht kleinen und sehr touristischen Teil Prags bei der Karls-Brücke stattgefunden hat, war Prag angenehm anzusehen und entspannt zum Spazieren. Außerdem war ich überrascht, wie ähnlich Prag zu älteren deutschen Städten ist, und habe gelernt, wie eng Zeitmessung und Astronomie vor allem historisch verwandt waren. So empfand ich diesen Urlaub
harmonisch und habe ihn vollständig genossen, auch wegen der Gemeinschaft meiner Kurskameraden und der Authentik und der unerwartet großen Vielfalt meiner beiden LK-Lehrer.

Konstantin S. und Vibhu V.

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