Der Japanisch Q1 Kurs von Frau Matsuo hat in diesem Jahr, u.a. mit Ausstellungstafeln im Foyer an der Mainstraße – und durch ganz viele Führungen – über die Katatrophe von Fukushima 2011 – vor 15 Jahren – informiert. Fukushima ist ja auch ein Teil unserer Japan-Austasusch-Projekte.
Im oberen Teil dieses Artikels informieren wir über das Projekt und die Evaluation – und am Ende des Artikels gibt es Fotos des Projekts.
Am 13.3.2026 besuchten drei Professoren, die derzeit zu einem Kurzstudienaufenthalt aus Japan an der Universität Köln zu Gast sind, auf Einladung und in Kontakt mit Frau Matsuo unsere Schule. Alle drei Professoren besuchten Unterrichte im WP2-Bereich und in der Oberstufe, und nahmen auch unser Fukushima-Projekt zur Kenntnis.
Es handelt sich um:
Frau KAWAKAMI, Tomomi Ph.D.; Professorin, Department of Human Science, Teacher Education Center, Seinan Gakuin University, Pädagogik, Fachpädagogik, Aufenthalt in Deutschland bis September
Frau KIKUOKA, Yuka Ph.D., Beraterin für Japanischunterricht am Japanischen Kulturinstitut Köln, Japanischunterricht, Zweitspracherwerb
Herr TAJIMA, Atsuhi Ph.D., Associate Professor, Institute of Global Studies, Tokyoi University of Foerign Study, Educational Psychology, Aufenthalt in Deutschland bis März
Hier zwei Bilder vom offiziellen Besuch mit Frau Matsuo, Herrn Reuber und Herrn Haering – und vom Q1-Japanisch-Kurs bei der Präsentation des Fukushima-Projektes.
Das Projekt selber wurde von den japanischen Professoren evaluiert – mit folgender Rückmeldung:
Feedback-Fragebogen für die 9., 10. und 11. Klasse: „15 Jahre Fukushima“
Aus den Rückmeldungen der 9., 10. und EF-Klassen (11. Klasse) geht hervor, dass diese im März 2026 durchgeführte Panel-Tour insgesamt sehr positiv bewertet wurde und für viele Schüler neue Erkenntnisse und Lernerfahrungen mit sich brachte. Auf Grundlage der ausgewerteten Antworten haben wir die wichtigsten Punkte in den folgenden vier Punkten zusammengefasst.
- „Neue Informationen“ für die Schüler
Viele jüngere Schüler zeigten großes Interesse an konkreten Fakten, die ihnen bisher unbekannt waren.
- Hilfe für Kinder: Viele Schüler gaben an, zum ersten Mal von den Hilfsaktivitäten der Organisation „Earth Walkers“ für Kinder gehört zu haben.
- Auswirkungen auf Tiere und Nutztiere: Auffällig war, dass viele Schüler schockiert waren über die Tatsache, dass nach dem Erdbeben viele Nutztiere getötet wurden oder verhungerten.
- Reaktionen in Deutschland: Es gab Antworten, in denen die Schüler überrascht waren, dass es damals auch in Deutschland groß angelegte Protestaktionen gab.
- Die aktuelle Lage in Fukushima: Die aktuellen Strahlungswerte nach 15 Jahren sowie die konkreten Lebensumstände der Menschen wurden als neues Wissen genannt.
- Meinungen zu Kernkraft und zum „Ausstieg aus der Kernenergie“
Auch unter den jüngeren Schülern gibt es vielfältige Meinungen zum Thema Kernkraft.
- Befürwortung des Ausbaus: Es gab viele Stimmen, die den Ausstieg aus der Kernenergie befürworteten, unter anderem mit den Argumenten, dass sie „gefährlich“ sei, „große Mengen an Abfall (Atommüll) produziere“ und „im Vergleich zu erneuerbaren Energien hohe Kosten verursache“.
- Komplexe Sichtweise: Es gab auch Meinungen, die zwischen den Vor- und Nachteilen hin- und hergerissen waren, wie etwa: „Es ist klimaneutral (es entsteht kein CO₂), aber im Falle eines Unfalls ist es äußerst gefährlich.“
- Bedingte Akzeptanz: Einige Schüler legten eine nüchterne Analyse vor, wonach sie die Nutzung an Orten ohne Tsunamigefahr akzeptieren könnten.
- Bewertung der Präsentationen
Die Präsentationsfähigkeiten der Zwölftklässler wurden durchweg sehr positiv bewertet.
- Detailliert und anschaulich: Die sorgfältige Vorbereitung wurde gelobt: „Sehr detailliert und informativ“ sowie „Die Fotos wurden geschickt eingesetzt und machten die Inhalte leicht verständlich“.
- Qualität der Erläuterungen: Die gut strukturierten Inhalte, die freie Art der Informationsvermittlung und die Einbeziehung eigener Meinungen wurden positiv bewertet.
- Verbesserungsmöglichkeiten (Lautstärke): Mehrere Schüler gaben das Feedback: „Die Stimme war etwas leise“ oder „Es gab Stellen, an denen man schwer verstehen konnte“. Dies ist ein wertvoller Ratschlag für die nächste Tour.
- Eindrucksvolle Kommentare und Fragen
Es zeigt sich, dass die Schüler dieses Thema als etwas Persönliches betrachteten und sich damit auseinandersetzten.
- „Was wäre, wenn ich an ihrer Stelle wäre?“: Auf die Frage, ob sie nach Fukushima ziehen würden, gab es realistische Antworten wie „Das wäre schwierig, da meine Familie und Freunde in Deutschland leben“, aber auch positive Meinungen wie „Ich würde es in Betracht ziehen, wenn es um Arbeit ginge“.
- Sorgen um Lebensmittel: Auf die Frage, ob sie Lebensmittel aus Fukushima essen würden, gab es einerseits die Meinung „Ich würde sie essen, wenn sie nicht aus der Nähe des Kraftwerks stammen“, andererseits aber auch ehrliche Stimmen, die weiterhin Angst vor Radioaktivität äußerten.
- Hätte der Unfall verhindert werden können?: Es gab auch scharfsinnige Überlegungen wie: „Unter den damaligen Umständen war es vielleicht schwierig, aber hätte man die Abhängigkeit von Kernkraftwerken von vornherein verringert, hätte man ihn verhindern können.“
Zusammenfassung und Feedback an die Zwölftklässler
Die Ergebnisse dieser Umfrage dürften den Zwölftklässlern großes Selbstvertrauen geben. Es zeigt sich insbesondere, dass Themen mit menschlicher Note, die in Lehrbüchern nicht zu finden sind – wie „Auswirkungen auf Tiere“ und „Unterstützung für Kinder“ –, die jüngeren Schüler tief bewegt haben.
Wenn man nur den Punkt berücksichtigt, dass ihre Stimmen etwas leise waren, kann man sagen, dass ihre Präsentation pädagogisch ein großer Erfolg war.

