Unsere Idee von Schule und Unterricht

 

Gemäß unserem Leitbild stehen humanistische Bildung, die wir ganzheitlich verstehen und als Erziehungsauftrag annehmen, Konzepte zur Individualisierung der Schülerlaufbahnen und das Europaschulkonzept im Mittelpunkt unseres Schulprofils.

Kern der Schulentwicklung der nächsten Jahre ist die Umsetzung zentraler Leitziele für das Kon­zept Landfermann 2020. Zentral für alle be­schriebenen Aspekte ist unsere Idee von Lernenden, Schule und Unterricht, die wir an HATTIE anknüpfen:

Als Voraussetzung für alles Lernen gilt es, durch wirksam gute Lehrer-Schüler-Beziehungen die Motivation jedes einzelnen Mitglieds unserer Schulgemeinschaft zu fördern, zu pflegen und zu entwickeln.

Unterrichtlich wollen wir gemäß unserem Leitsatz „Interessen erkennen, Talente fördern“ jeden Schüler – sich nicht früh festlegend - als Individuum wahrnehmen, für den wir eine individuelle Schulkarriereplanung in den Blick nehmen – dies ist zentrales Ziel unserer Schule.

Diese Individualisierung geschieht zum Beispiel durch die frei wählbaren Neigungskurse, die un­sere Schüler projektorientiert und halbjährlich wechselbar ihre Interessen und Talente entdecken lassen; in dieses Neigungskursband sind auch Förderkurse integriert. In der individuellen Beglei­tung erfolgt dies durch die Klassenlehrerteams und durch Lehrercoaches, die Schüler begleiten, pragmatisch-individuelle-jahrgangsstufenübergreifende Unterrichtslösungen suchen, besondere Begabungen fördern oder Lösungen für Defizite suchen.

Kern unseres fachlichen und erzieherischen Handelns soll es sein, die Schülerinnen und Schüler und uns selbst früh in die Lage zu versetzen, zu ermessen und gemeinsam zu besprechen, wo ihre Talente liegen, wo gegebenenfalls zusätzliche Förderung notwendig ist – und wo zusätzliche Her­ausforderungen gesucht werden können.

Dies kann bedeuten, dass Schüler in einzelnen Fächern am Unterricht höherer Klassen oder au­ßerunterrichtlichen Projekten zur Begabungsförderung teilnehmen oder auch – in ihrer Klasse bleibend – nur ein Fach in einer unteren Jahrgangsstufe wiederholen, dass sie sich – mit Eltern und Coach beratend - entscheiden, mit 2 statt 4 Stunden Fachunterricht „auskommen“, damit der Unterricht  ihnen „nicht langweilig“ wird und sie stattdessen zum Beispiel Musik machen oder selbstständig wettbewerbsorientiert arbeiten.

Selbstverständlich wollen wir, dass der Schüler Teil einer Klassengemeinschaft ist, in der er Res­pekt als Kernaspekt sozialen Handelns, Methoden und möglichst früh die Fähigkeit erwirbt, für seine eigenen Bedürfnisse individuelle Entscheidungen für seine Schullaufbahn zu treffen, die am sozialen Denken und Handeln ausgerichtet sind.

Im Sinne unserer humanistischen Tradition glauben wir, dass dazu gehört, dass wir dabei die Per­son viel stärker ganzheitlich  in den Blick nehmen müssen, zum Beispiel dadurch, dass wir als Schule – gemeinsam mit den Eltern - unseren Schülern helfen und sie verpflichten, im Laufe der Sekundar­stufe I zum Beispiel sich zumindest zeitweilig in einer Sportart, beim Lernen eines Mu­sikinstru­mentes, beim aktiven Schauspiel, im gemeinnützigen oder politischen Bereich oder einer ganz be­sonderen außerunterrichtlichen Anforderung zu engagieren und die Begriffe Respekt und „Eu­ropa“ besonders zu verinnerlichen und zu leben. Es mag sogar sein, dass eine solche die Per­sön­lichkeit prägende Verpflichtung, für die wir mit außerschulischen Kooperationspartnern im Sinne dieser Leitideen zusammenarbeiten wollen, zeitweilig wichtiger ist als Fachunterricht; dies aller­dings wird erst im gebundenen Ganztag entsprechend umzusetzen sein.

Diese ganzheitliche Betrachtung, zu der verlässliche Standards, zum Beispiel in Jahrgangsstufen­vereinbarungen, regelmäßige Rückversicherung durch intensives Feedback und Würdigung, gutes Umgebungsmanagement und große Transparenz und Klarheit in besonderem Maße gehören, soll auch der Rahmen für das Handeln aller Mitglieder unserer Schulgemeinschaft sein.

Im gebundenen Ganztag wird diese Idee von Schule gleichzeitig die Verpflichtungszeit der Kinder reduzieren, denn, wenn Musik, Sport, gemeinnütziges Engagement Bestandteil einer ganzheit­lichen Schulbildung sind, dann wird die für Kinder so wichtige „wirklich freie“ Zeit größer; ein Wunsch vieler Familien, die unter zunehmenden Schulbelastungen klagen. Die Schulgemeinschaft und ihre außerschulischen Kooperationspartner werden diese Gestaltungsideen – rund um Frei­zeit und schulische Belastung -  im Sinne von Chan­cengleichheit allerdings auch zukünftig in den Blick zu nehmen haben.

Wichtig ist uns zudem, dass das gesamte Schulentwicklungshandeln sehr transparent stattfindet; des­wegen veröffentlichen wir alle Curricula, Leistungsbewertungskriterien, Konzepte und Pro­jekte auf der Homepage; deswegen erfolgen Ausschreibungen, Mitteilungen, Informationen stets schriftlich und deswegen findet Kooperation und Partizipation turnus- und regelmäßig statt. Als Mitwirkungsgremium ist deswegen die Schulkonferenz von besonderer Bedeutung.

Jedes Schulentwicklungsprojekt durchläuft zudem - soweit sinnvoll – drei Phasen: eine Phase des Austestens und der Freiwilligkeit, eine exemplarische Phase mit Evaluation – und erst danach die Phase der Ver­bindlichkeit und Dauerhaftigkeit, wie sie im entsprechenden Beschluss festgelegt ist.