Zweisprachenmodell

Französisch und Lateinisch gleichzeitig ab Klasse 6 als 2. und 3. Fremdsprache

Seit Beginn des Schuljahres 2000/2001 führt das Landfermann-Gymnasium einen Versuch durch, der besonders leistungsfähigen Schülern das parallele Erlernen von Französisch und Lateinisch als zweiter und dritter Fremdsprache ermöglicht. Seither nutzen in jedem Jahrgang eine beachtliche Zahl begabter und leistungsbereiter Schüler mit Erfolg dieses Angebot.


Während die Schüler im Regelzug ab Klasse 6 eine dieser beiden Fremdsprachen wählen und in vier Wochenstunden lernen, nehmen die Schüler in diesem Zweisprachenmodell an beiden Sprachkursen teil - allerdings jeweils nur zwei Stunden pro Woche. Der in den dazwischen liegenden Stunden bearbeitete Stoff und die dazu gestellten Hausaufgaben sollen von den Schülern eigenständig nachgearbeitet werden. Dies wird vor allem dadurch sicher gestellt, dass diese Schüler sich zu Arbeitsteams zusammenschließen, so dass der am jeweils anderen Sprachunterricht Teilnehmende seinem Teamgefährten Auskunft über den behandelten Stoff und die Hausaufgaben geben kann. Den Lehrern der beiden zweiten Fremdsprachen fällt für diese Schüler eine verstärkte Verpflichtung zur kontinuierlichen Beratung und Betreuung zu.
Die Schüler erhalten in beiden Fächern auf der Grundlage ihrer mündlichen Mitarbeit und von nur vier (statt im Regelzug sechs) schriftlichen Klassenarbeiten eine versetzungswirksame Zeugnisnote.
Der Gewinn dieses Zweisprachenmodells besteht darin, dass die betreffenden Schüler bei der weiteren Fächerwahl im Wahlpflichbereich II (ab Jgst. 8) und in der Sekundarstufe II größere Wahlmöglichkeiten haben. So ist es zum Beispiel denkbar, dass solche Schüler nach dem Erlernen von Englisch (ab der Grundschule, fortgeführt am Gymnasium) sowie Französisch und Lateinisch (ab Jgst. 6) in der Jgst. 8 bereits eine vierte Fremdsprache (beispielsweise Spanisch oder Griechisch) wählen. Besonders Sprachbegabte haben dann sogar die Möglichkeit, ab Jgst. 10 eine fünfte Fremdsprache zu erlernen.
Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Zweisprachenmodell ist eine besondere Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft sowie eine entsprechende Belastbarkeit, da von den Schülern erwartet wird, dass sie den Stoff von vier Wochenstunden bei Teilnahme an nur zwei Wochenstunden mit entsprechender zusätzlicher häuslicher Nacharbeit bewältigen.
Ein Wechsel in den Regelzug, d.h. das Erlernen nur einer zweiten Fremdsprache ist zum Ende eines jeden Schulhalbjahres möglich.
Unmittelbar nach den Herbstferien, also nach den Erfahrungen der ersten sechs Wochen mit dem Zweisprachenmodell, soll ein Beratungsgespräch stattfinden, an dem die Schüler, ihre Eltern, die Sprach- und Klassenlehrer teilnehmen.

Die bisherigen Erfahrungen mit unserem "Zweisprachenmodell" lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Die größten Anfangsschwierigkeiten bestehen für die Schüler in dem Erlernen der Aussprache im Französischen. Hier soll Abhilfe geschaffen werden, indem sicher gestellt wird, dass alle Lerner die zum Lehrwerk angebotenen auditiven Materialien zur Verfügung haben.
2. Es muss zudem sicher gestellt werden, dass die notwendigen Routinen der gegenseitigen Information der Schüler über den jeweils verpassten Stoff in der anderen Sprache zuverlässig funktionieren.
3. Das "Selbstlernzentrum" bietet den Teilnehmern am Zweisprachenmodell zusätzliche individuelle Trainingsmöglichkeiten. Die entsprechende Software steht in der Schule zur Verfügung.