Was ist Streitschlichtung?

Bei der Streitschlichtung geht es darum, dass zu Streitschlichterinnen und Streitschlichtern ausgebildete Schülerinnen und Schüler insbesondere jüngeren Schülerinnen und Schülern helfen, ihre Konflikte und Streitigkeiten miteinander und selbstständig zu lösen. Ein wesentliches Element ist, dass die Schülerinnen und Schüler angeleitet werden, sich in die Perspektive des jeweils anderen hineinzuversetzen, um anschließend zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die den Konflikt nach Möglichkeit beendet. Es handelt sich um das Konzept der Mediation.

Was bedeutet "Mediation"?
Die Streitschlichtung am LfG orientiert sich am Bensberger-Mediations-Modell, das seit Beginn der 90-er Jahre an Schulen implementiert wird.

Grundlage für eine Mediation ist die freiwillige Entscheidung zweier oder mehrerer Konfliktparteien, im Streitfall die Vermittlung durch unparteiische Dritte (z. B. Streitschlichterinnen und Streitschlichter) in Anspruch zu nehmen. Alle Seiten akzeptieren die Regeln des Schlichtungsprozesses. Hierzu gehört, dass beide Konfliktparteien ihre Position gleichberechtigt zum Ausdruck bringen dürfen und dass beide einander zuhören.

Die Mediatorinnen und Mediatoren moderieren diesen Prozess und leiten die Parteien an, auch die Position des jeweils anderen zu verstehen, damit im Anschluss beide in der Lage sind, selbstständig und miteinander eine Lösung für den Streit zu finden.

Beide Parteien verpflichten sich zur Einhaltung der getroffenen Vereinbarung und sind damit einverstanden, dass die Mediatorinnen und Mediatoren die Einhaltung bei einem späteren gemeinsamen Treffen überprüfen.

Wie verläuft eine Streitschlichtung?

1. Schritt:
Die Streitschlichterinnen und Streitschlichter begrüßen euch und
erklären euch den Verlauf und die Regeln der Schlichtung.
 
2. Schritt:
Ihr bekommt die Möglichkeit, den Streit aus eurer eigenen Sicht zu erzählen, müsst aber dafür auch der Gegenseite zuhören.
Die Streitschlichterinnen und Streitschlichter fragen nach, wenn etwas unklar bleibt, und sprechen mit euch darüber, warum euch dieser Streit wütend oder traurig macht.
Auch hier ist es wichtig, dass jeder seine Sicht erklärt.
Die Streitschlichterinnen und Streitschlichter helfen euch dann dabei, die Position des jeweils anderen zu verstehen.
 
3. Schritt:
Wer sich besser versteht und weiß, warum der andere so wütend oder traurig geworden ist, der kann seinen Streit nun selbst lösen.
Ihr überlegt beide, was ihr eigentlich voneinander erwartet und was ihr bereit seid zu tun, um den Streit zu beenden.
Danach haltet ihr dies in einem kleinen "Vertrag" fest. Ihr verpflichtet euch beide diesen Vertrag einzuhalten.