Förderung individueller Bildungskarrieren IBK

„Wir erkennen Interessen, wir fördern Talente, wir motivieren zu Leistung.“

Unsere zentrale Schulidee nimmt die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit neben einer sehr weitgehenden individuellen Förderung in den Blick. Im Mittelpunkt steht dabei unser Konzept individueller Bildungskarrieren IBK, das allerdings noch entwickelt wird, aber bereits einen guten Einblick in die Ideen und Grundsötze unserer Förderung gibt.

Sie können unserer Homepage Angebote zur individuellen Förderung einzelnen Homepageseiten entnehmen [siehe: Angebote und Begabtenförderung]. Dieser Eintrag gibt über die bestehenden Angebote einen Überblick.

Im NRW-Schulwesen der vergangenen Jahren wurden alle Wege der individuellen Förderung und Begleitung von SchülerInnen unter dem Begriff „individuelle Bildungskarrieren“ gefasst (in Abkürzung „IBK“). Die individuelle Förderung umfasst Begabungsförderung ebenso wie Maßnahmen der Leistungsverbesserung, der Inklusion und der Persönlichkeitsentwicklung.

Big Challenge Wettbewerbsehrung 2016

 

In der Sekundarstufe I können am Landfermann-Gymnasium alle Schülerinnen und Schüler ihre Schullaufbahn individuell gestalten, indem sie Kurse aus einer großen Palette von Neigungs- und Förderangeboten auswählen. Zur Bearbeitung individueller Lernfragen können SchülerInnen alternative Fördermodule in Form von Lernstudios, themenspezifischen Lernseminaren oder Projektkursen (d.h. über die Curriculum-Obligatorik hinausgehende Förderung) aufsuchen. Viele Angebote sind jahrgangsstufenübergreifend angelegt und als freiwillige Lernangebote Anreiz, die eigene Schullaufbahn von Beginn an eigenverantwortlich und selbstbestimmt mitzugestalten.

Der Neigungskurs „Nachhaltigkeit“ bei Frau Jäger hat bereits mehrere Umweltpreise gewonnen.

 

Neben dieser auf alle SchülerInnen gerichteten Förderung bietet das Landfermann-Gymnasium eine weitergehende individuelle Begabungsförderung an. Manchmal erkennen wir die Bedürfnislage begabter SchülerInnen an Störungen im Lernverhalten. Wir betrachten diese Diagnose als Chance, durch passgenaue Lösungen aus unserem breiten und flexiblen Angebot den betroffenen SchülerInnen ebenso wie Lerngruppen gerecht zu werden. Wir sprechen SchülerInnen auf ihre Bedürfnisse an – aber oft wenden sich begabte SchülerInnen inzwischen auch von sich aus an unsere Stufenleiter oder Lern-Coaches – besonders seit wir die IBK-Förderung schärfer in den Blick nehmen.

Von unseren knapp 1150 Schülerinnen und Schülern befinden sich aktuell ca. 70 Kinder in der engeren Begleitung von individuellen Bildungskarrieren. Etwa 17 SchülerInnen nehmen Drehtürangebote wahr, d.h. sie besuchen ein Fach in einer höheren Jahrgangsstufe. Im Schuljahr 2016/17 besuchen drei SchülerInnen aus der 9. Jahrgangsstufe sogar einen Leistungskurs in der Qualifikationsphase. Für solche Lernenden ist das vorzeitige Absolvieren des Abiturs im „Drehtürfach“ möglich.

Das Drehtürmodell dient einigen SchülerInnen durch „Drehen nach unten“ in bestimmten Fächern zum Aufarbeiten von Lerndefiziten, wodurch das Wiederholen eines ganzen Schuljahrs vermieden wird. Gedreht wird während der Kernunterrichtszeiten in Fächern, in denen die betroffenen SchülerInnen Stärken vorweisen und versäumten Unterrichtsstoff selbstständig aufarbeiten können. Wir vermeiden damit eine Überbelastung im Wochenstunden-„Budget“ einzelner SchülerInnen.

Da das „Drehen“ in höhere oder untere Jahrgangsstufen erhebliche Stundenplan-Anpassungen erforderlich macht, prüfen Fachlehrer, Klassenlehrer, Stufenkoordinatoren und die Schulleitung die Antragsfälle sehr genau, bevor ein solcher Bildungsgang probeweise gewählt werden darf. Die Zustimmung und Begleitung durch die Eltern ist ebenso triftige Voraussetzung. Erfahrungsgemäß werden die Ziele des „Drehens“ in eine höhere oder untere Jahrgangsstufe nur erreicht, wenn die Betroffenen verantwortungsbewusst und vorausschauend ihren Schulalltag mitgestalten und die Kommunikation mit Mitschülern und Fachlehrern entsprechend pflegen. Die Aufarbeitung von Stoffanteilen, die wegen „Drehens“ nach oben oder unten versäumt wurden, müssen von die Betroffenen in Absprache mit den Fachlehrern aufarbeiten. Dies kann in enger Anlehnung an die im Unterricht bearbeiteten Aufgaben erfolgen – denkbar ist aber auch eine umfassende Lernleistung, soweit deren selbstständige Bearbeitung versäumte Stoffanteile nacharbeitet (Projektarbeit, Referat etc.).

Nidus Maheswaran (6d) erklärt den Aufbau einer römischen Villa.

 

Antragstellende SchülerInnen müssen schon vor Eintritt in das Drehtürmodell gezeigt haben, dass sie verantwortungsbewusst und motiviert mit den ihnen gemachten Angeboten umgehen.

Besonders begabte SchülerInnen können darüber hinaus Einzelprojekte (z.B. Projektkurse, Doppelsprachenmodell etc. – vgl. Begabtenförderung) sowie externe Angebote wahrnehmen und ihre Leistungen in ihrem LfG-Portfolio dokumentieren lassen. In der Sekundarstufe I machen wir aktuell Angebote in Kooperation mit dem Duisburger Theater, der Duisburger Musikschule und der Duisburger VHS. Zukünftig sollen weitere Angebote auch sportliche und politisch-soziale Interesselagen bedienen – soweit von den SchülerInnen erwünscht, auch in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen. In der Oberstufe machen wir weitreichende Angebote außerunterrichtlicher Art – beispielsweise in Fremdsprachen (diverse Sprachenzertifikate), interkultureller Kompetenz (CertiLingua), MINT-Angebote, Geisteswissenschaften (u.a. Philosophischer Essay-Wettbewerb) etc. Wir informieren unsere SchülerInnen bei Eintritt in die Oberstufe und auch während der Qualifikationsphase über diese Angebote.

CertiLingua-Absolventinnen 2016: Rose Wang u. Elena Alava Hilgert (rechts)

 

Neben den oben genannten Gruppen nehmen wir zur Zeit auch die besonderen Bedürfnislagen von etwa 54 aus dem Ausland zugewanderten Jugendlichen in den Blick. Wir arbeiten erfolgreich an einer Begabungsförderung von Kindern aus internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) – und sind in dieser Hinsicht beim Schulträger für diese Förderung anerkannt. So konnten wir in den vergangenen vier Jahren mehrmals erfolgreich SchülerInnen mit Migrationshintergrund in gymnasiale Klassen eingliedern. Das Landfermann-Gymnasium hat sich als erstes Duisburger Gymnasium der Herausforderung gestellt, internationale Vorbereitungsklassen einzurichten und unterrichtet im Schuljahr 2016/17 drei solche IV-Klassen. Wir nehmen die Integration unserer Schüler mit Migrationshintergrund sehr ernst und begreifen unsere Maßnahmen in diesem Bereich als Teil und Auftrag unseres Schulprofils.

Schüler, die eine IBK an unserer Schule durchlaufen, bekommen auf Wunsch eine als Coach ausgebildete Lehrerkraft zur Seite gestellt [Hyperlink zu Coaching folgt]; ihre Stundenpläne werden zwischen Stufenleitungen, Fachlehrern, Coach und Verwaltung individuell abgestimmt und mit den Eltern besprochen; ihre Entwicklung wird in den Blick genommen – und alle SchülerInnen mit IBK sind mit ihrer Entwicklungsperspektive ein regelmäßiger Tagesordnungspunkt in den Planungssitzungen der Erweiterten Schulleitung. Abläufe und Evaluation der IBK-Förderung werden stetig weiterentwickelt und mit den schulischen Gremien abgestimmt. Konzeptuelle Veränderungen können von interessierten SchülerInnen und ihren Eltern unseren Homepage-Veröffentlichungen entnommen werden.

Zu entwickeln ist noch der Bereich einer umfassenderen Persönlichkeitsbildung. Auch dazu gibt es an unserer Schule Ideen, die Bestandteil der individuellen Coaching-Gespräche im Rahmen der IBK-Betreuung sind und die mit dem Portfolio-Ansatz der Studien- und Berufsorientierung verknüpft werden sollen.

LfG Portfolio Beilage

 

Möglichkeiten zur Persönlichkeitsbildung bieten sich zur Zeit etwa in der Schüler-Mitverwaltung (SV), in unseren Streitschlichter-Ausbildungen, in unseren Iserv-Pilot-Schulungen, in unserem Europaschul-Profil (Gestaltung des Europafestes, CertiLingua, Austauschprogramme), in unserer Sporthelfer-Ausbildung und –tätigkeit (Nachmittagsbetreuung jüngerer Schüler und ggf. damit verbundene Schüler-Nachhilfetätigkeit), aber auch zu Anlässen wie Projekttagen, Gedenktagen oder Landfermann-Tagen, an denen Schüler sich sozial engagieren können.

 

Unverzichtbarer Bestandteil – und Voraussetzung – für eine Begabungsförderung ohne Angst ist unser Konzept einer angst- und gewaltfreien Schule. Wir arbeiten nach dem auf der konfrontativen Pädagogik basierenden FARSTA-Anti-Mobbing-Konzept, und wir sind dabei, das Duisburger R-A-D-Modell zu implementieren.

Der Erfolg unseres Konzepts zur Förderung individueller Bildungskarrieren fußt maßgeblich auf Gestaltungsmerkmalen unseres Schulprofils: auf der unterstützenden Haltung und Motivation von Unterrichtenden und Unterrichteten, auf regelmäßige Schüler-Feedbacks, auf Absprachen in unseren Jahrgangsstufen-Lehrerteams, auf der Würdigung individueller Lehrerpersönlichkeiten in der individuellen Ausgestaltung von Unterricht, auf einem verbindlichen und stetig fortentwickelten Methodencurriculum – kurz: auf einem hohen Maß an Kooperation und Respekt in unserer Schulgemeinschaft.

Stand: 17.09.2016

Gemeinsam Projekte feiern: buntes Miteinander am Europafest 2016