Hausaufgaben

 

 

 

Hausaufgabenkonzept des LfG

1. Allgemeine Überlegungen

Die Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre (G8) wirkt sich einschneidend auf die Lernzeit der Schüler aus. Da der Umfang von Stundentafel und Lernpensum im Vergleich zu G9 in etwa gleich geblieben ist, verlängert sich der Unterricht in den Nachmittag hinein. Dessen ungeachtet bilden Hausaufgaben, die in der außerunterrichtlichen Zeit angefertigt werden müssen, einen unverzichtbaren Bestandteil der schulischen Arbeit. Sie dienen vor allen Dingen dazu, den Unterrichtsstoff im eigenen Lerntempo zu wiederholen, einzuüben, zu vertiefen und sich im begrenzten Rahmen mit neuen Aufgaben auseinanderzusetzen.

2. Nutzen eines Hausaufgabenkonzeptes

In Anbetracht der oben angesprochenen Veränderungen innerhalb des Schullebens müssen die Parameter für die Hausaufgaben überdacht werden.

Notwendig sind Regelungen und enge Absprachen der Kollegen, die in einer Klasse unterrichten. Das neue Hausaufgabenkonzept soll die Grundlage dafür bilden, den Schülern sinnvolles Lernen zu ermöglichen und vermeidbare Belastungen zu verhindern.

3. Belastung durch Hausaufgaben aus Schülersicht

Die Einstellung der Schüler gegenüber den Hausaufgaben wurde zum Ende des Schuljahres 2010/2011 anhand einer Umfrage in der Sekundarstufe I ermittelt, also noch vor der Einführung des offiziellen Nachmittagunterrichts. (Eine detaillierte Auswertung dieser Umfrage  wird durch Anklicken des folgenden links sichtbar.

Im Allgemeinen kann festgestellt werden, dass der Wert der Hausaufgaben von Schülern nicht in Frage gestellt wird.

Die Schüler führten verschiedene Aspekte an, die die Notwenigkeit der Hausaufgaben unterstreichen:

Die Hausaugaben dienen dazu,

  • den im Unterricht erarbeiteten Stoff  sowohl schriftlich als auch mündlich (auch Internetrecherche) vor- und nachzubereiten,
  • Vokabeln zu lernen,
  • den im Unterricht erarbeiteten Stoff in Form von Referaten und Portfolios neu zu organisieren.

Es wurden auch einige Punkte genannt, die vor allen Dingen dazu führen, die Hausaufgaben als Belastung zu empfinden:

  • zu wenig Rücksichtnahme auf die Anzahl der Stunden, die die Schüler an den Tagen haben, wenn die Hausaufgaben angefertigt werden müssen (das gilt insbesondere dann, wenn die Aufgaben für den nächsten Tag zu erledigen sind),
  • Unkenntnis über den zeitlichen Aufwand für die einzelnen Aufgaben,
  • Fehlen eines hausaufgabenfreien Tages,
  • fehlende Nachbesprechung der Hausaufgaben,
  • Hausaufgaben ohne fremde Hilfe nicht lösbar
  • Einschränkung der Möglichkeit der Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten wegen des    großen Umfangs an Hausaufgaben.

Vor allen Dingen die von den Schülern genannten negativen Aspekte deuten auf punktuelle Überbelastung und mangelnde Absprachen beim Stellen der Aufgaben hin. Daher werden Richtlinien  benötigt, die den Umfang der Hausaufgaben in den einzelnen Klassen regeln.

4. Rechtlicher Rahmen und schulinterne Konsequenzen

An Schulen ohne gebundenen Ganztag sind Hausaufgaben gemäß RdErl. des MSW vom 05.05. 2015 (BASS 12-63 Nr.3) so zu bemessen, dass sie, bezogen auf den einzelnen Tag, in folgenden Arbeitszeiten erledigt werden können:

  • in der Primarstufe
    für die Klassen 1 und 2    in 30 Minuten
    für die Klassen 3 und 4    in 45 Minuten
  • in der Sekundarstufe I
    für die Klassen 5 bis 7     in 60 Minuten
    für die Klassen 8 bis 10   in 75 Minuten  

Die Lehrkräfte berücksichtigen beim individuellen Hausaufgabenumfang, ob die Schülerinnen und Schüler insbesondere durch Referate, Vorbereitungen auf Klassenarbeiten und Prüfungen und andere Aufgaben zusätzlich gefordert sind.

Die Schulkonferenz beschließt für die Sekundarstufe I ein Konzept, das insbesondere Umfang und Verteilung der Hausaufgaben auf Grundlage der Vorgaben regelt.

In Ganztagsschulen treten in der Sekundarstufe I Lernzeiten an die Stelle von Hausaufgaben. Die Lernzeiten sind so in das Gesamtkonzept des Ganztags zu integrieren, dass es in der Regel keine schriftlichen Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen. Hierzu beschließt die Schulkonferenz ein Konzept.

Für die gymnasiale Oberstufe ist keine Begrenzung festgelegt. Jedoch muss die Schulkonferenz ein Konzept für die Sekundarstufe II beschließen, dass Umfang und Verteilung der Hausaufgaben eine Balance zwischen den Anforderungen zur Erreichung der allgemeinen Hochschulreife und einer Entlastung der Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Es berücksichtigt in angemessener Weise die Belastbarkeit von Schülerinnen und Schülern

5. Hausaufgabenarten

In ihrer Schullaufbahn begegnen Schüler verschiedenen Arten von Hausaufgaben, die in allen Fächern gestellt werden können:

  • Festigen des im Unterricht Erarbeiteten durch konkrete Übungsaufgaben
  • Schriftliche/mündliche Vorbereitung des Unterrichts
  • Wiederholen und Vertiefen von Unterrichtsergebnissen
  • Sammeln von Informationen über ein vorgegebenes Thema
  • Selbstständiges Anfertigen von Referaten, Präsentationen, u.ä.
  • Portfolioarbeit

Die einzelnen Unterrichtsfächer machen auf unserer Homepage jeweils spezifische Angaben zu den Hausaufgaben.

6. Umgang mit den Hausaufgaben

Erfolgreich erledigte Hausaufgaben setzen ein konstruktives Zusammenwirken von Lehrern und Schülern voraus. Auch Eltern sind angesprochen, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Hausaufgaben ungestört und konzentriert angefertigt werden können. Darüber hinaus verfügt unsere Schule über verschiedene Angebote, die helfen, die Hausaufgaben angemessen zu erledigen.

Regelungen für Schüler

  • Jeder Schüler der SI ist angehalten, ein Hausaufgabenheft zu führen und die Hausaufgaben einzutragen. Die Schüler der Jahrgangsstufe 5 erhalten von der Schule einen Schulplaner, in  den sie auch  die Hausaufgaben eintragen.
  • Jeder Schüler plant seine Hausaufgaben sinnvollerweise so, dass eine weitgehend gleichmäßige Verteilung auf die ganze Woche erfolgt und eine übermäßige Anhäufung an einem Tag vermieden wird. Es ist daher hilfreich, einen Wochenplan zu führen.
  • Die Hausaufgaben sollen selbstständig und vollständig angefertigt werden.
  • Bei schwierigen Aufgaben, die nicht gelöst werden konnten, soll zumindest ein Lösungsversuch deutlich werden, der dem Lehrer unaufgefordert vorgezeigt werden muss.
  • Hausaufgaben gehen aus dem Unterricht hervor, d.h. die aktive Mitarbeit in der Klasse führt in der Regel zu einer erfolgreichen Anfertigung der Hausaufgaben.
  • Wenn die Hausaufgaben nicht erledigt werden können, muss dies dem Lehrer zu Beginn der Stunde mitgeteilt werden. Liegt hierfür ein Grund vor, dann wird er durch die Erziehungsberechtigten schriftlich (evtl. im Hausaufgabenheft) vermerkt. Auch ein Vergessen der Hausaufgaben wird dem Lehrer mitgeteilt. Geschieht dies nicht, ist mit Ordnungsmaßnahmen zu rechnen.

Regelungen für Lehrer

  • Die Hausaufgaben müssen  an die Unterrichtsinhalte angebunden sein.
  • Gegebenenfalls müssen die Hausaufgaben in Anpassung an den individuellen Lernbedarf der Schüler differenziert werden (s. individuelle Förderung).
  • Hausaufgaben müssen so bemessen sein, dass sie grundsätzlich ohne fremde Hilfe angefertigt werden können.
  • Die Hausaufgaben müssen besprochen werden. Sie werden in der Regel nicht benotet, sollen aber (zumindest exemplarisch) hinsichtlich ihrer Qualität kommentiert werden.
  • Die Hausaufgaben werden in das Klassenbuch  eingetragen. Daneben wird der zeitliche Umfang angegeben. Klassenlehrer und Stufenleiter achten darauf, dass der maximale Umfang der Hausaufgaben pro Woche nicht überschritten wird.

Empfehlungen für Eltern/Erziehungsberechtigte

Hausaufgaben sollen von den Schülern allein erledigt werden. Eltern können unterstützend mitwirken, indem sie z.B.

  • ihr Kind anhalten, seine Hausaufgaben an einem ruhigen, gut ausgeleuchteten Arbeitsplatz zu machen.
  • sich über die Arbeitszeiten, die für ihr Kind als Hausaufgabenzeit gelten, informieren.
  • darauf achten, dass das Kind während der Arbeitszeit auch kurze Pausen einlegt.
  • Interesse an erfolgreich und ordentlich angefertigten Hausaufgaben zeigen.
  • sich an den Klassen- oder Fachlehrer wenden, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Kind Schwierigkeiten hat, die Aufgaben zu lösen.
  • den Lehrer schriftlich informieren, falls ihr Kind aus einem bestimmten Grund die Hausaufgaben nicht anfertigen konnte.

Schulisches Unterstützungsangebot im Rahmen der Übermittagbetreuung für die Jahrgangsstufen 5 - 7:

  • (Ehemalige) LehrerInnen kümmern sich  verantwortlich um die Organisation und  Durchführung
  • Oberstufenschüler betreuen klassenbezogene Gruppen von ca. 8 -10 Schülern und wirken  unterstützend bei der Erledigung der Hausaufgaben.
  • Die Schüler können in Ruhe und unter qualifizierter Aufsicht die Hausaufgaben anfertigen.
  • Eltern können dadurch Unterstützung und Entlastung erfahren, dass die Hausaufgaben  weitestgehend erledigt sind, wenn die Kinder heimkommen.