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Von der Grundschule zur Erprobungsstufe
am LfG : Sanfter Übergang

 

Die Klassen 5 und 6 des Gymnasiums bilden als Erprobungsstufe eine pädagogische Einheit, in der durch intensive Beratung zwischen den einzelnen Fachlehrern, den Eltern und den Grundschullehrern eine individuelle Förderung und ein weitgehend sanfter Übergang von der Grundschule zum Gymnasium ermöglicht werden soll. Die Kolleginnen und Kollegen versuchen durch eine Vielzahl von Maßnahmen dies zu erreichen.

Das Zehn-Punkte-Programm des LfG zum „sanften Übergang“ von der Grundschule zum Gymnasium:

1. Am „Grundschultag“ besuchen LfG-Lehrer vor dem 1. Schultag an unserem Gymnasium die angemeldeten Grundschüler im Unterricht der Grundschule.

2. Beim Vortreffen vor dem 1. Schultag am LfG lernen die Kinder ihre(n) Klassenlehrer (in) und die Klasse sowie ihre Paten kennen. Zum Patensystem: ältere Schüler begleiten die neuen Fünftklässler bei ihrem Schulalltag. Schon bei der Anmeldung können Kinder und Eltern am Landfermann-Gymnasium Wünsche äußern, mit welchen Freunden die Kinder in eine Klasse gehen wollen. Diese Wünsche werden weitestgehend berücksichtigt, weil der soziale Zusammenhalt und das Gefühl der Geborgenheit in der Klasse sehr wichtig sind, um das Sich-Einfinden in die neue Klassengemeinschaft zu erleichtern, so dass man sich verstärkt auf den neuen Lernstoff konzentrieren kann.

3. Es findet eine zweitägige Kennenlern-Fahrt zu Beginn der 5. Klasse (meist in der 3. Woche) statt: man lernt klassenübergreifend auch die anderen Fünftklässler kennen. Neben den Kooperationsspielen, die den Klassenzusammenhalt fördern, lernen die Schüler im Projekt „Lernen lernen“ die gymnasialspezifischen eigenverantwortlichen Lern- und Arbeitstechniken kennen, z.B. Strategien zur Organisation von Hausaufgaben oder wie man stressfreier Klassenarbeiten vorbereitet.
 

4. Es wurde ein Tandem-Klassenlehrerprinzip eingeführt, so dass die Kinder möglichst an jedem Vormittag Unterricht bei einem der beiden Klassenlehrer und möglichst viel Unterricht bei möglichst wenigen unterschiedlichen Lehrern haben, um das in den Grundschulen weniger intensiv praktizierte Fachlehrerprinzip auf der neuen Schule behutsam weiterzuführen.

5. Das flexible Doppelstundenmodell ermöglicht es, dass meist nur 3 Fächer am Tag unterrichtet werden. So wird auch die Belastung der Schüler durch nachmittägliche Hausaufgaben reduziert, ohne dass dabei die Qualität der Ausbildung Schaden nimmt. Die Taschen werden für die Kleinen leichter und es finden weniger Raumwechsel statt.

6. Im 1. Halbjahr der Klasse 5 wird kein Nachmittagsunterricht am Landfermann-Gymnasium erteilt.

7. Die Wahl der 2. Fremdsprache wird durch entsprechende Schnupperstunden-Angebote für Schüler und eine Einführung in die Eigentümlichkeiten des jeweiligen Faches für Schüler und Eltern durch einen Fachlehrer erleichtert.

8. Es wird jedes Jahr ein LfG-Schulplaner von Seiten der Mitschüler und Kollegen entworfen - als Hausaufgaben- und Informationsheft und als Basis für eine schnelle und einfache Kommunikation mit den Eltern. Er enthält z.B. auch Angaben zu den Ansprechpartnern in der Schule, zu unserer Schulordnung, zu den 10 wichtigsten Lernregeln, zum TÜV für Heft und Mappe.
 
9. Mit Unterstützung von drei Fachlehrern und verantwortungsvollen Oberstufenschülern wird eine Hausaufgabenbetreuung - inkl. Spielkonzept - auf Wunsch von uns angeboten. 

10. Eine verantwortungsvolle Gestaltung des Übergangs zu unserem Gymnasium beinhaltet eine intensive Zusammenarbeit mit Lehrkräften der  Grundschulen (z.B. Grundschulmarkt, Teilnahme der Grundschullehrkräfte an einer Erprobungsstufenkonferenz). Weiterhin tragen Erprobungsstufenkonferenzen mit allen in einer Klasse unterrichtenden Fachlehrern und dem Klassenlehrer zur didaktischen  und pädagogischen Koordinierung der gemeinsamen Arbeit bei. Einige unserer Kollegen sind ausgebildete Beratungslehrer, die als Ansprechpartner bei schulischen und familiären Problemen helfen.

Eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern war und ist ein zentrales Anliegen unserer Schule, nicht nur an Elternsprechtagen, beim Elternstammtisch, sondern auch in Mitwirkungsgremien z.B. sind uns Eltern als Partner bei der Gestaltung der Schule und der Begleitung der Schüler und Schülerinnen wichtig.

 

In der Erprobungsstufe, schließt sich die Arbeit unmittelbar an die Arbeitsergebnisse und Arbeitsmethoden der Grundschule an und führt die Kinder allmählich weiter bis die im Gymnasium eigentümlichen Arbeitsweisen erreicht sind. Dabei sollen die in der Grundschule erworbenen Fähigkeiten und Kräfte nutzbar gemacht und weiterentwickelt werden. Es ist schon ein großer Schritt für zehnjährige Schüler, wenn sie den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium vollziehen. Er ist mit großer Neugierde, aber auch mit Bedenken, ja vielleicht sogar mit Angst verbunden.

Um die Schülerinnen und Schüler an diese erhöhten Anforderungen behutsam heranzuführen und dabei ihre Neugierde zu erhalten bzw. ihre Bedenken abzubauen, bot das LfG erstmalig im Januar 2014 elf zur Auswahl stehende 45-minütigen Modulen an, an denen Grundschulklassen mit ihren Lehrern teilnehmen können, um den Grundschülern einen Einblick in die Welt des Gymnasiums  zu bieten. Das dabei gewonnene Bild wird uns sicherlich helfen, unsere Maßnahmen zu einem sanften Übergang zu erweitern, indem wir Umstellungsprobleme unserer Neueinsteiger richtig einordnen und über unsere Curricula mit Grundschullehrern ins Gespräch kommen bzw. dies zum Nutzen der Schüler sinnvoll anpassen zu können. Schon in vergangenen Jahren waren wir oft erstaunt, welchen Grad an Selbstständigkeit viele Grundschulkinder in ihren Arbeits- und Lerntechniken schon erreicht haben; andererseits wird oft auch deutlich, dass wir das Lernpensum in unserem fünften Jahrgang nicht zu hoch ansetzen dürfen.

Resümee:
Unser Ziel ist es, jedes Kind individuell optimal zu fördern, Freude am Lernen und Engagement für die schulische Gemeinschaft zu wecken und die Kinder zu fröhlichen und selbstbewussten Menschen zu erziehen.
                                                                                   Zeise, StD` (Unterstufenkoordinatorin)
                                                                                                 26.02.2014