Friderizianer-Wappen
 
 
 
 
Das Landfermann-Gymnasium als Patenschaftsschule
des Collegium Fridericianum in Königsberg / Kaliningrad

Zur Geschichte der Patenschaft und des jährlichen Wettbewerbs der Friederizianer-Stiftungen

Das Collegium Fridericianum, später Friedrichs-Kollegium zu Königsberg (Pr.) benannt, ursprünglich eine Privatschule, gestiftet von dem kurfürstlichen Holzkämmerer Theodor Gehr am 11.08.1698, erhielt schon drei Jahre später (1701) das begehrte Privileg "königlich". Der Pietismus als maßgebende Geistesströmung hatte zur Gründung des Collegium Fridericianum geführt. Der Name der Schule leitet sich ab von dem letzten Kurfürsten von Brandenburg und ersten König von Preußen Friederich I. Zu den berühmtesten Schülern dieser Schule, die große geistige Bedeutung für den deutschen Osten erlangte, zählen Kant und von Simson, Herder war Lehrer an dieser Schule.

Am 28.05.1955, am Tage der Feiern anlässlich des 700-jährigen Bestehens von Königsberg (Pr.), fand die Patenschaftsübernahme des durch Kriegseinwirkungen untergegangenen Friedrichs-Kollegiums durch das Landfermann-Gymnasium statt. Das eingegangene Verhältnis, im Wahlspruch der beiden Schulen ist der gemeinsame Begriff pietas (nach Professor Schumacher mit "verpflichtende Liebe" zu übersetzen) enthalten, wurde und wird belebt durch zahlreiche sichtbare Aktivitäten, die das Zusammenwachsen der beiden Schulgemeinden deutlich machen, z.B.:

1959: Enthüllung des gemeinsamen Ehrenmals beider Schulen,

1973: Stiftung der Kantbüste von Georg Fuhg durch die Friderizianer,

1975: Stiftung der Herderbüste von Georg Fuhg durch die Friderizianer,

1980: Stiftung des Bronzegusses des Wahlspruches des Friedrichs-Kollegiums von Claus Pohl.

 

Um über den Tag hinaus das Patenschaftsverhältnis lebendig zu halten und schon liebgewordene Traditionen fortzusetzen, wurde unter dem 17.12.1997 von der Bezirksregierung Düsseldorf

die Collegium Fridericianum / Professor Schumacher-Stiftung

als selbstständige Stiftung bürgerlichen Rechts im Sinne des §2 Abs. 1 StiftG NW genehmigt. Namensgeber ist der letzte Direktor des Friedrichs-Kollegiums (1934 - 1945), Professor Dr. Bruno Schumacher (1879 - 1957), Historiker von großer Gelehrsamkeit und geprägt von humanistischer Geisteshaltung. Er rettete in selbstloser Weise aus dem brennenden Königsberg eine fast vollständige Abschrift der Schüler-Matrikel (1750 - 1944) des Friedrichs-Kollegiums. Eine Kopie befindet sich heute beim Landfermann-Gymnasium, das Original beim Preußischen Kulturbesitz in Berlin.

Begründet wurde die "Professor Schumacher-Stiftung" 1959 mit einem Startkapital von 500 DM. Durch das hohe persönliche Engagement zahlreicher Friderizianer und insbesondere des Vorsitzenden der Friderizianer Gemeinschaft, Herrn Paul Gerhard Frühbrot, wurde ermöglicht, dass das Grundkapital der Stiftung heute 70.000 Euro beträgt. Es war die erste derart anerkannte Stiftung einer im Osten des Deutschen Reiches untergegangenen Schule.

In den Jahren 2001 und 2004 sind durch zwei ehemalige Schüler des Friedrichs-Kollegiums zwei weitere Stiftungen entstanden:

die Collegium Fridericianum / Rosemarie und Wolfgang Simon-Stiftung
(Stiftungskapital: 103.000 Euro)

und

die Collegium Fridericianum / Christa und Paul Gerhard Frühbrodt-Stiftung
(im Aufbau; z.Zt. 40.000 Euro)

Der Zweck aller drei Stiftungen ist "die Förderung und Pflege des ostpreußischen Kulturgutes, die Lebendighaltung der durch das Collegium Fridericianum vermittelten Tradition ostpreußischer Heimatpflege und Heimatkunde ... durch vielfältige Arten der Darstellung im schulischen Bereich und in der Öffentlichkeit." (§ 2 der Stiftungsurkunde)

Dieser Stiftungszweck wird verwirklicht durch

- jährliche Verleihung der Alberten an die Abiturientinnen und Abiturienten des Landfermann-Gymnasiums, wie es am Friedrichs-Kollegium Brauch gewesen war. Die Alberten leiten ihren Namen ab von Herzog Albrecht von Preußen (1490 - 1568), dem Gründer der Albertus-Universität zu Königsberg.

- jährliche Preisverleihung an die Schülerinnen und Schüler des Landfermann-Gymnasiums für Arbeiten über den Deutschen Osten (Geschichte, Kultur, Geographie etc.). Diese Arbeiten können in Wort, Bild oder Ton angefertigt werden. Die Finanzierung der Preise für die freiwilligen Schülerarbeiten erfolgt jeweils aus den Zinserträgen des Stiftungskapitals.

- Erhaltung und Erweiterung der Bibliothek über den deutschen Osten als eine Abteilung der Bibliothek des Landfermann-Gymnasiums. Der Bestand ist inzwischen auf ca. 300 Bände gewachsen. Jedes eingestellte Buch ist mit der Wappenkarte des Königsberger Fridericianums versehen.

Das Organ der Stiftungen ist das Kuratorium, das aus sieben Mitgliedern (zwei Friderizianern und fünf Lehrern bzw. ehemaligen Lehrern des Landfermann-Gymnasiums) besteht und die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich vertritt. Seine Aufgabe ist die Beschlussfassung über die Verwendung der Erträge aus dem Stiftungsvermögen, die Bewahrung der Fridericianer-Gemeinschaft durch persönliche Kontakte und die Herausgabe eines Rundschreibens, die Anregung und Betreuung der Preisarbeiten im Rahmen der Hochbegabten-Förderung am Landfermann-Gymnasium.

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