Informationen zum Fach Politik/Wirtschaft und Sozialwissenschaft

"Schulen mit bilingualen Bildungsgängen sind Schulen für Europa."
Nando Mäsch

Die Schülerinnen und Schüler des Landfermann-Gymnasiums sollen im Sinne Europas lernen. Sie sind Bürger und die zukünftigen Arbeitskräfte in einem vereinten Europa, ihnen soll bewusst werden, dass ihre Schule eine Europaschule ist und dass an ihrer Schule der Europagedanke in der Schulgemeinschaft gelebt wird. Dazu gehört auch der bilinguale Bildungsgang, der eine der Hauptvoraussetzungen für die Europaschulzertifizierung ist. Ab Jahrgangsstufe 8 wird im bilingualen Zweig Politik/Wirtschaft auf English unterrichtet. 
 
Das Fach Politik/Wirtschaft in der Sekundarstufe I befasst sich mit den Formen und Problemen unseres Zusammenlebens. Die Themen nehmen von der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler ihren Ausgang, werden im Laufe der Schuljahre allmählich komplexer. In der Jahrgangsstufe 5 wird zu Beginn des Schuljahres ein Schwerpunkt auf soziales Lernen gesetzt. Im Sinne von RAD – Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin lernen die Schülerinnen und Schüler sich in ihrer neuen Gemeinschaft zurechtzufinden und mit Schwierigkeiten in der Gruppe umzugehen. Es soll vor allem ein Bewusstsein für ein gewaltfreies und höfliches Miteinander geschaffen werden. Darüber hinaus werden die unten aufgeführten Themen in der Sek I behandelt. 
 
 
 
Kl. 5
Soziales Lernen
Demokratie in der Schule und in der Gemeinde, Bedürfnisse und Konsumverhalten, Geld, Müll ,Wasser , Umwelt , Kinder in Deutschland und in sog. Entwicklungsländern , soziale Gruppen , Familien, Konflikte
Mediennutzung: Werbung, Computer, Handy
 
 
 
2 Wstd.
 
 
Kl.8
Politisches System der Bundesrepublik Deutschland,
Political Systems And How They Work
Markt und Preise
The Labour Behind The Label
Arbeit und Beruf in einer sich verändernden Welt
Zeitungen, Pressefreiheit, neue Medien
Europäische Union
 
 
 
2 Wstd.
 
 
Kl.9
Parteien, Wahlen, Regierung
Laws And Regulations
Klimawandel und Umweltschutz
Your Carbon Footprint
Sozialstaat, Sozialpolitik
Orientierung für Jugendliche
 
 
2 Wstd.

Das Fach Sozialwissenschaften in der Sekundarstufe II

Seit dem Schuljahr 2015/16 können Schülerinnen und Schüler das Fach Sozialwissenschaften als eines ihrer Schwerpunktfächer für die 3 Oberstufenjahre wählen, auf jeden Fall als 3-stündigen Grundkurs. Bei ausreichendem Fachlehrerangebot wäre dann für die Q1 (11.Jgst.) und Q2 (12.Jgst.) auch die Wahl eines 5-stündigen Leistungskurses möglich. Leistungskurse sind immer schriftliche Abiturfächer. Das Grundkursfach können die Schülerinnen und Schüler als schriftliches Fach wählen. In diesem Fall müssen sie sich zu Beginn der Q2 entscheiden, ob sie das Fach als 3. (schriftliches) oder als 4. (mündliches) Abiturfach nehmen wollen.

Schülerinnen und Schüler, die in der Oberstufe Sozialwissenschaften weder als fortlaufenden Grund- noch als Leistungskurs gewählt haben, sind verpflichtet, in der Q2 (12) den Zusatzkurs Sozialwissenschaften zu belegen.

 

Sozialwissenschaften als fortlaufender SekII-Kurs

In der Einführungsphase (Jgst. 10/EF) stehen die drei Grundwissenschaften der Sozialwissenschaften auf dem Lehrplan: In der Politikwissenschaft geht es um die Grundlagen des deutschen politischen Systems, insbesondere um die Prinzipien unseres Verfassungssystems, (eher kurz wiederholend) um die Bedeutung der politischen Institutionen sowie die Parteien und das Wahlsystem. 

Bei der Wirtschaftswissenschaft stehen Grundlagen wie das Menschenbild, Grundbegriffe, Wirtschaftskreislauf, volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und vor allem Wirtschaftssysteme im Vordergrund. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das deutsche Wirtschaftssystem der Sozialen Marktwirtschaft mit der Untersuchung von Idee und Wirklichkeit.

Im Mittelpunkt der Einführung in die Soziologie steht das Verhältnis bzw. die Vermittlung zwischen Individuum und Gesellschaft. Über die Bearbeitung verschiedener theoretischer Ansätze zur Erklärung dieser Vermittlung soll einerseits Verständnis für die Vielfalt der Betrachtungsweisen entstehen wie auch Grundlagen für das Verstehen der Sozialisation des Menschen geschaffen werden.

In der Einführungsphase entscheiden die Schülerinnen und Schüler, ob sie das Fach Sozialwissenschaften mit Klausuren belegen wollen: Im ersten Halbjahr eine, im zweiten Halbjahr zwei.

In den vier Halbjahren der Qualifikationsphase (Jgst. 11/12, Q1/Q2) sind durch den Lehrplan vier Inhaltsfelder - allerdings nicht mit dem Zeitvolumen für je ein Halbjahr, sondern nur insgesamt - verbindlich vorgeschrieben.

Beim Inhaltsfeld "Wirtschaftspolitik" sollten verschiedene Theorieansätze und die wirtschaftspolitische Praxis in ihrer wechselseitigen Beeinflussung - wenigstens an einzelnen wichtigen historischen und aktuellen Beispielen - erarbeitet werden, auch um die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten für die Bearbeitung aktueller wirtschaftspolitischer Herausforderungen anwenden zu können. Zusätzlich zum Grundkurs sollte sich der Leistungskurs mit der Europäischen Zentralbank beschäftigen.

Unserem Konzept der Europaschule kommt das Inhaltsfeld "Europäische Union" entgegen, bei dem wir überstaatliche Zusammenarbeit zwischen Friedensmodell und Krise erarbeiten wollen. Es geht dabei von der historischen Entstehung über die Institutionen, den Binnenmarkt, verschiedene Integrationsmodelle bis zu Krisenbewältigungsstrategien.

Das Inhaltsfeld "Globale Strukturen und Prozesse" befasst sich mit Strukturen und Modellen der internationalen Ordnung, mit der Analyse (mindestens) eines internationalen Konflikts, mit der UNO (ggfs. auch der NATO), fragt nach der Gültigkeit bzw. Durchsetzbarkeit von Menschenrechten und Demokratie international, untersucht Merkmale, Dimensionen und Auswirkungen der Globalisierung. Je nach Zeitverfügbarkeit, und das heißt wohl eher im Leistungskurs könnten zudem internationale Wirtschaftsbeziehungen (insbesondere der Nord-Süd-Konflikt) und der Wirtschaftsstandort Deutschland im Weltgefüge behandelt werden.

Das Inhaltsfeld "Strukturen sozialer Ungleichheit, sozialer Wandel und soziale Sicherung" ist - auch schon von seiner fachwissenschaftlichen Breite her - besonders geeignet, im Hinblick auf das Abitur eine Art von abschließender Gesamtschau vorzubereiten. Hier geht es um die Entstehung der modernen Gesellschaft mit den Modernisierungs- als Dynamisierungsprozessen, dann um die Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit sowie als Erklärungsversuche dafür um Modell und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit. Der Leistungskurs dürfte hier zusätzliche Schwerpunkte setzen mit den Theorien des sozialen Wandels und den Wandlungen in der Arbeitswelt. Anspruch und Wirklichkeit sozialstaatlichen Handelns würden dieses Inhaltsfeld für sich genommen abschließen können.

Um aus allen Qualifikationsphasen-Inhaltsfeldern wichtige Aspekte - quasi besonders vorbereitend für das Abitur - zusammenführen zu können, sollten die SW-Kurse sich abschließend mit "Auswirkungen des Wandels auf Politik, Wirtschaft, Großgesellschaft wie auch Familie und Charakterstrukturen" befassen.

Wer Sozialwissenschaften als Prüfungsfach ins Abitur nehmen möchte, muss das Fach in der Qualifikationsphase schriftlich wählen. Dann stehen je Halbjahr zwei Klausuren an, in 12,2 nur eine. Ähnlich wie die Unterrichtszeit sind auch die Klausuren im Leistungskurs umfangreicher als Im Grundkurs.

 

Sozialwissenschaften als Zusatzkurs (in Jgst. 12/Q2)

Dieser dreistündige Zusatzkurs orientiert sich inhaltlich an der sozialwissenschaftlichen Grundbildung, wie sie in der Jahrgangsstufe 10/EF mit den Grundlagen in den drei Teilwissenschaften auf dem Lehrplan steht. Also:
Grundlagen der Politik in Deutschland und in Europa, durchaus auf dem Wege über aktuelle politische Fallbeispiele;
Grundlagen der Wirtschaft, insbesondere des deutschen Wirtschaftssystems der Sozialen Marktwirtschaft;
Grundlagen der Soziologie: Sozialisation, soziale Ungleichheit und sozialer Wandel.